Wiesbadener Verkehrsbetrieb zieht Zwischenbilanz: Frontkameras sollen Falschparker von Busspuren fernhalten

Wiesbadener Verkehrsbetrieb zieht Zwischenbilanz: Frontkameras sollen Falschparker von Busspuren fernhalten
Wiesbadener Verkehrsbetrieb zieht Zwischenbilanz: Frontkameras sollen Falschparker von Busspuren fernhalten | Bild: ESWE Verkehr

ESWE Verkehr zieht nach anderthalb Jahren eine positive Zwischenbilanz zum Einsatz digitaler Frontkameras in Linienbussen. Seit September 2024 sind die Systeme in 14 Bussen installiert. Sie sollen Park- und Halteverstöße auf Busspuren und Umweltspuren sowie in Haltestellenbereichen dokumentieren. Mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals bewerten den Einsatz dem Unternehmen zufolge als erfolgreich.

Wie die Kameras arbeiten

Die Kameras erfassen ausschließlich den ruhenden Verkehr und verfügen nicht über eine durchgehende Videoaufzeichnung wie eine Dashcam. Das Fahrpersonal aktiviert die Geräte manuell per Knopfdruck, wenn ein stehendes Fahrzeug die Weiterfahrt auf der Busspur behindert. Die Auslösung legt laut ESWE Verkehr eine rechtssichere Dokumentation mit Kennzeichen, Uhrzeit und GPS-Standort an.

Auswertung und Datenschutz

Die gespeicherten Aufnahmen werden nach Rückkehr der Busse ausgewertet. Unbeteiligte Dritte müssen manuell unkenntlich gemacht und jedes Ereignis einzeln geprüft werden. Die Auswertung ist deshalb nach Angaben des Unternehmens zeit- und arbeitsintensiv. Pro Monat fallen Fotos in vierstelliger Anzahl an, von denen im Durchschnitt knapp 200 Meldungen an die städtischen Verkehrsbehörden weitergeleitet werden.

Wirkung, Sanktionen und Perspektive

ESWE Verkehr beschreibt freie Busspuren als Vorteil für das Fahrpersonal und die Fahrgäste, weil sie der Einhaltung des Fahrplans dienen. Geschäftsführerin Marion Hebding nennt Frontkameras ein geeignetes Mittel, um gegen auf Busspuren stehende Fahrzeuge vorzugehen. Fahrzeuge, die auf Busspuren abgestellt sind, zwingen Busse demnach gelegentlich dazu, in den fließenden Verkehr auszuweichen, was Zeit kostet und Gefahrensituationen erzeugen kann.

Relevante Bilder werden nach eigener Prüfung an die Behörden übermittelt. ESWE Verkehr fungiert formal als Zeugin eines möglichen Verkehrsverstoßes. Ein Verstoß auf der Busspur kostet in der Regel 70 Euro. Handelt es sich um eine kombinierte Umweltspur, kann zusätzlich ein Punkt in Flensburg drohen. Die meisten Meldungen entstammen der Wiesbadener Innenstadt, etwa den stark frequentierten Achsen Kaiser Friedrich Ring, Bahnhofstraße und Wilhelmstraße.

Aufgrund der Erfahrungen der Wiesbadener Verkehrsbetriebe zeigen laut ESWE Verkehr zunehmend weitere Unternehmen Interesse an Frontkameras. Unter anderem läuft ein Test in Frankfurt.

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